An die Frau, die heute ihren Hund misshandelt hat

„Liebe junge Frau. Als ich heute gegen 16.30 Uhr in Bozen zum Waltherplatz gegangen bin, bist du mir sofort wegen deiner Hunde aufgefallen. Du selbst warst jung und hübsch, grün- braun angezogen mit einem braunen Stirnband, welches dir einen leichten ökologischen Touch gegeben hat und deine schwarzen Haare, die du zu einem Dutt gebunden hast, in Form gehalten hat. Du bist sehr schnell gegangen. Der Weihnachtsstress macht schließlich allen zu schaffen. Irgendwie hast du mich an eine weltoffene Studentin erinnert mit der ich gerne mal geredet hätte. Ich weiß auch nicht warum. Mit dir waren, wie erwähnt, deine zwei Hunde. Der eine war klein und sein Fell war schwarz gelockt. Mit aufrechter Rute ist er neben dir her gerannt. Gehetzt. Der andere Hund aber war größer und flauschig grau- schwarz. Seine Ohren waren so riesig und flatternd, dass ich schon fast gelächelt hätte, wäre er nicht so verängstigt gewesen. Ich weiß nicht ob du das weißt, aber man sollte Tiere grundsätzlich nicht auf Christkindlmärkten mitnehmen. Der Rummel und der Lärm ist einfach zu viel- auch für die unterhaltsamen Kutschenpferde. Du bist also gegangen und hast deinen armen grau- schwarzen Hund hinterher geschliffen, während er, wie ein Esel, versucht hat stehen zu beleiben. Immer wieder hast du ihn am Hals gepackt und zugedrückt. Du hast dich zu ihm runtergebeugt und er konnte sich nicht rühren. Er hat gewinselt und du hast ihn geschlagen. Dann hast du seine Ohren gekniffen. Seine flauschigen, flatternden, grauen Ohren und dann hast du, als du bemerkt hast, dass wir dich beobachtet haben und dass einige von uns schon auf den Weg zu dir waren, ihn in eine Tabaktrafic gezogen. Er hat angst gehabt hineinzugehen, seine Rute war ganz eingezogen, sein Rücken krumm. Du hast ihn wieder mit Gewalt rein gezogen. Du hast mit ihm geschimpft und er hat hat doch nur angst gehabt. Ich habe dir nachgehen gewollt und dich zur Rede stellen, aber ich habe es zu meiner Schande nicht gemacht. Etwas in mir hat mich aufgehalten und ich bereue das sehr.

Ich weiß, dass es manchmal sehr, sehr schwer mit einem Hund sein kann, besonders wenn er ängstlich ist. Glaube ich mir, ich kenne das. Ich habe selbst eine Hündin und sie hat einen ziemlich starken Charakter, aber es hat mir das Herz gebrochen, wie du ihn behandelt hast und wie ängstlich er war.

Ich hoff sehr, dass du irgendwann einsiehst, dass kein Tier so behandelt werden sollte. Auch wenn die Nerven blank und man dem Hund am liebsten die Ohren lang ziehen würde, liegen gibt es immer andere, gewaltfreie Lösungen.

Und in diesem Sinne wünsche ich dir und deinen beiden flauschigen Fellnasen und Schützlinge, ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch.“

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