Sommer 2015~ der Sommer zum Schämen

Ich kann und will es nicht schönreden. 2015 ist das Jahr der Flüchtenden. Tausende Menschen habe aus Angst vor Terror und Unterdrückung, aus Angst vor Krieg und Hunger versucht dem Leiden zu entfliehen. Der Weg übers Mittelmeer war die einzige Möglichkeit. Viele davon ertranken und ich frage mich ganz ehrlich: wie viele wollte man ertrinken lassen? Nur ein Boot zur Abschreckung? Oder vielleicht mehrer?

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Photo taken by my self. Written by a syrian father, who lost his wife in the sea..

Die unendliche Tragödie die sich auf dem Mittelmeer und an den umliegenden Orten abgespielen, hatten bis dato aus europäischer Sicht, fast nur die SüditalienerInnen gesehen.

Irgendwann in April, wurden auch die SüdtirolerInnen wach (außer zwei, die seit September- Oktober vergangenen Jahres, Essen ausgeteilt haben). Die Zivilbevölkerung fing mit der Hilfe spontan am Bahnhof Bozen an, bezahlte mit eigenem Geld. Bald darauf schalteten sich auch öffentliche Organisationen ein, die dann Hand in Hand mit der Zivilbevölkerung versuchte, das Leid der Menschen, die ankamen etwas zu mildern. Bei uns kamen sehr viele SyrierInnen und EritreerInnen an.

Leider gab es auch immer stärkerer Ausschreitungen in den sozialen Netzwerken. Von Ertrinken lassen, bis Erschießen, bis Vergasen wurde sehr viel gefordert.

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In diesen Stunden hat Facebook, DAS soziale Netzwerk schlechthin, bewiesen, wie wenig sie auf Menschenwürde halten- und nein, das ich nicht Meiungsfreiheit, den das hier ist ein Mordaufruf, einer jungen Südtirolerin, die als Konsequenz ein paar Tipps ihrer Arbeitsgeber bekommen hat, wie man das am Besten versteckt machen kann. (Hier ein Beitrag von mir: https://starlitskythoughts.wordpress.com/2015/11/23/facebook-deine-kommentare/). 

Aber auch viel Gegenwehr hat sich aufgebaut, wurde zum Teil sogar unterstütz. Allerdings sind wir jetzt im Dezember und es schlafen noch immer Flüchtlinge in der Nacht auf der Straße- wie kann sich das reiche Südtirol nur so was leisten? Es war ein Kampf der Freiwilligen Menschlichkeit zu leisten und die Hetzer wurden immer aktiver. Immer mehr Menschen stimmten ihren Menschenverachtenden Sätzen zu und unser Land wandelte sich in ein Land, das mich tief erschüttert..

Ich muss wirklich sagen…dieses Jahr war kein gutes Jahr, gemessen an Menschlichkeit in Südtirol.

Beitragsbild: Pixabay

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