Edgar Allan Poe~ Einer der besten Poeten aller Zeiten

Kennt ihr die Halloween Folge der „Simpsons“ in der Edgar Allan Poe’s „Der Rabe“ gezeigt wurde? Diese Folge hat mich vor einigen Jahren zu regen Internetrecherchen verleitet, da mir der Name: Edgar Allan Poe leider nie in der Schule gelehrt wurde.

Gefunden habe ich einen der besten Poeten der Welt- und einen der größten Verlierer und zugleich Gewinner der Menschheitsgeschichte. Einen zutiefst sensiblen und zugleich bitter-sarkastischsten Menschen, der scheinbar vom Leben bestraft worden ist. 

Poe’s Gedichte haben nach seinem Tod einen Status erhalten, der so, nur wenigen Künstlern zu Teil wurde. Seine Gedichte sind Weltberühmt und werden immer wieder Teil von Verfilmungen, Satire und mehr.

Edgar Allan Poe wurde am 19.01.1809 in Boston geboren und verlor im zarten Alter von zwei Jahren seine Eltern. Er wurde von seinen neuen Pflegeeltern in einer zwiespältigen Art erzogen- Teils verwöhnt, Teils zu streng behandelt.

Als die Familie von den USA nach Großbritannien zog, besuchte Poe, in Mr. Allan’s ursprünglichen Heimat Schottland, die Old Grammar School in Irvine besuchte. Da er jedoch nicht von seiner Familie getrennt sein wollte, durfte er in London zur Schule des Reverend John Bransby in Stoke Newington besuchen, die den jungen Poe wesentlich prägte. Auch als Poe im Alter von 14 Jahren wieder in den USA aufgrund der Wirtschaftskrise zurück ziehen musste, war er ein guter Schüler und einer der Anführer in seinen Freundesgruppen. Poe war ein hochintelligenter und äußerst sprachtalentierter Junge, der aber auch mit seiner sportlichen Begabung hervor stach. Seine Freunde schauten zu ihm auf.

Im Februar 1826 immatrikulierte sich Poe im Alter von 17 Jahren an der Universität von Virginia in Charlottesville. Dort studierte er alte und neue Sprachen. Der junge Mann begann aber aus unerfindlichen Gründen zu Trinken und verschuldete sich, was zu starken Spannungen zwischen ihm und seinen Stiefvater führte. Eigentlich wollte Poe, der ein großes Erbe hatte, seinem Ziehvater beerben, konnte dies jedoch nicht mehr. Es wird vermutet, dass er ein exzessives Studentenleben führte und dass sein Ziehvater, der sein Geld verwaltete, ihm nicht genügend Geld zur Verfügung stellte.

1830 wurde Poe als Kadett an einer Militärakademie aufgenommen und brillierte mit seinen hervorragenden Leistungen. Er bekam jedoch drei uneheliche Kinder und heirate zweimal- einmal davon seine Cousine Virginia (er 27, sie 13). Diese Fakten und die Tatsache, dass er unzählige Regelverstöße in der Militärakademie verbuchen konnte, die er nun besuchte, zerstörten seine Beziehung zu den Allan’s komplett. Poe wurde verstoßen- von seiner Familie und der Akademie.

Während dieser Zeit, kamen bereits mehrere Gedichte von Poe heraus, die schon ziemlich früh einen bitteren und sarkastisch- düsteren Charakter aufwiesen. 1833 gewann er für seine Dichtkunst den „Baltimore Saturday Visiter“ und kam daraufhin in Kontakt mit der Presse, hohen Politikern und anderen bekannten Poeten und Schriftstellern, wie Charles Dickens. Dickens und Poe bewunderten sich gegenseitig und Dickens setzte sich für Poe’s Karriere ein- leider erfolglos. Es wird vermutet, dass er mit seinem Bruder, mit dem er in Briefkontakt stand, einige Gedichte zusammen verfasste.

Poe arbeitete für unterschiedliche Zeitungen und schrieb 1845 in New York sein wohl berühmtestes Gedicht „The Raven“, zu Deutsch „der Rabe“. Das Gedicht wurde ein voller Erfolg trotz Poe’s Ruf als Alkoholiker. Es wurde vielfach gedruckt und ist auch heute noch ein weltberühmtes Gedicht.

Unter den meisten Schriftstellern war Poe zu seiner Zeit allerdings nicht beliebt. Er beleidigte und kritisierte sie scharf, denn anders als viele von ihnen, war er Berufsschriftsteller und brauchte das Geld zum Überleben.

Seine Frau und Cousine wurde von Zeit zu Zeit immer schwächer und wurde von Unbekannten beschuldigt eine Affaire mit einer bekannteren Dichterin zu haben. Dies zerstörte seinen Ruf noch mehr. Als Virginia starb verkraftete Poe das nur sehr schwach und versuchte es in mehreren Gedichten zu verarbeite.

Trotz Allem, verlobte er sich zwei Mal. Als die Hochzeitsvorbereitungen für seine Ehe mit Elmira Shelton in Gang waren, starb Poe jedoch unter mysteriösen Umständen am 07. Oktber 1849 in Baltimore.

(https://de.wikipedia.org/wiki/Edgar_Allan_Poe)

Was ich an Poe liebe

Ich liebe seine düstere Art, seine deprimierte und seine tiefsinnigen Gedichte. Seine makabere Art, Dinge zu erzählen, seinen Wortschatz und seine Fähigkeit Spannung zu erzeugen. Wenn ich den Raben lese, dann bin ich mit meinem Gefühl total in der Geschichte drinnen. Es ist, als würde sich mein Raum verwischen und als wäre ich der Witwer. Es ist gruslig und faszinierend. Es gibt mir starke Emotionen und zugleich eine innere Ruhe. Es ist schwer zu erklären, aber es ist definitiv eines der besten Gedichte. Wie der Rabe den Mann um den Verstand bringt ist einfach nur faszinierend. Allerdings sind auch die anderen Gedichte von Poe wirklich lesenswert und nicht minder stark wie der Rabe.

Der Rabe/ the Rave

In seinem Gedicht, „der Rabe“, geht es um den Besuch eines Rabens bei einem frischen Witwer, der die Trauer über den Tod seiner Frau fast nicht verkraftet. Die Frau wird Lenore genannt und ist eine Anspielung auf die Ballade von Gottfried August Bürger, welcher darin vor Blasphemie warnt. Der Witwer tretet mit dem Raben in Kommunikation, allerdings spricht der immer nur ein verneinendes Wort, welches ihm die Aussicht auf ein Wiedersehen mit Lenore nimmt. Es ist eines meiner Lieblingsgedichte und ich mag es auch gerne in der parodierten Art.

Im Youtube Video hier, seht ihr die humorvolle englische Version von „the Raven“, die allerdings etwas abgeändert wurde. Darunter ist die englische und die deutsche Version.

The Raven (Deutsch, Unten)

Once upon a midnight dreary, while I pondered weak and weary,
Over many a quaint and curious volume of forgotten lore,
While I nodded, nearly napping, suddenly there came a tapping,
As of some one gently rapping, rapping at my chamber door.
`’Tis some visitor,‘ I muttered, `tapping at my chamber door –
Only this, and nothing more.‘

Ah, distinctly I remember it was in the bleak December,
And each separate dying ember wrought its ghost upon the floor.
Eagerly I wished the morrow; – vainly I had sought to borrow
From my books surcease of sorrow – sorrow for the lost Lenore –
For the rare and radiant maiden whom the angels name Lenore –
Nameless here for evermore.

And the silken sad uncertain rustling of each purple curtain
Thrilled me – filled me with fantastic terrors never felt before;
So that now, to still the beating of my heart, I stood repeating
`’Tis some visitor entreating entrance at my chamber door –
Some late visitor entreating entrance at my chamber door; –
This it is, and nothing more,‘

Presently my soul grew stronger; hesitating then no longer,
`Sir,‘ said I, `or Madam, truly your forgiveness I implore;
But the fact is I was napping, and so gently you came rapping,
And so faintly you came tapping, tapping at my chamber door,
That I scarce was sure I heard you‘ – here I opened wide the door; –
Darkness there, and nothing more.

Deep into that darkness peering, long I stood there wondering, fearing,
Doubting, dreaming dreams no mortal ever dared to dream before;
But the silence was unbroken, and the darkness gave no token,
And the only word there spoken was the whispered word, `Lenore!‘
This I whispered, and an echo murmured back the word, `Lenore!‘
Merely this and nothing more.

Back into the chamber turning, all my soul within me burning,
Soon again I heard a tapping somewhat louder than before.
`Surely,‘ said I, `surely that is something at my window lattice;
Let me see then, what thereat is, and this mystery explore –
Let my heart be still a moment and this mystery explore; –
‚Tis the wind and nothing more!‘

Open here I flung the shutter, when, with many a flirt and flutter,
In there stepped a stately raven of the saintly days of yore.
Not the least obeisance made he; not a minute stopped or stayed he;
But, with mien of lord or lady, perched above my chamber door –
Perched upon a bust of Pallas just above my chamber door –
Perched, and sat, and nothing more.

Then this ebony bird beguiling my sad fancy into smiling,
By the grave and stern decorum of the countenance it wore,
`Though thy crest be shorn and shaven, thou,‘ I said, `art sure no craven.
Ghastly grim and ancient raven wandering from the nightly shore –
Tell me what thy lordly name is on the Night’s Plutonian shore!‘
Quoth the raven, `Nevermore.‘

Much I marvelled this ungainly fowl to hear discourse so plainly,
Though its answer little meaning – little relevancy bore;
For we cannot help agreeing that no living human being
Ever yet was blessed with seeing bird above his chamber door –
Bird or beast above the sculptured bust above his chamber door,
With such name as `Nevermore.‘

But the raven, sitting lonely on the placid bust, spoke only,
That one word, as if his soul in that one word he did outpour.
Nothing further then he uttered – not a feather then he fluttered –
Till I scarcely more than muttered `Other friends have flown before –
On the morrow he will leave me, as my hopes have flown before.‘
Then the bird said, `Nevermore.‘

Startled at the stillness broken by reply so aptly spoken,
`Doubtless,‘ said I, `what it utters is its only stock and store,
Caught from some unhappy master whom unmerciful disaster
Followed fast and followed faster till his songs one burden bore –
Till the dirges of his hope that melancholy burden bore
Of „Never-nevermore.“‚

But the raven still beguiling all my sad soul into smiling,
Straight I wheeled a cushioned seat in front of bird and bust and door;
Then, upon the velvet sinking, I betook myself to linking
Fancy unto fancy, thinking what this ominous bird of yore –
What this grim, ungainly, ghastly, gaunt, and ominous bird of yore
Meant in croaking `Nevermore.‘

This I sat engaged in guessing, but no syllable expressing
To the fowl whose fiery eyes now burned into my bosom’s core;
This and more I sat divining, with my head at ease reclining
On the cushion’s velvet lining that the lamp-light gloated o’er,
But whose velvet violet lining with the lamp-light gloating o’er,
She shall press, ah, nevermore!

Then, methought, the air grew denser, perfumed from an unseen censer
Swung by Seraphim whose foot-falls tinkled on the tufted floor.
`Wretch,‘ I cried, `thy God hath lent thee – by these angels he has sent thee
Respite – respite and nepenthe from thy memories of Lenore!
Quaff, oh quaff this kind nepenthe, and forget this lost Lenore!‘
Quoth the raven, `Nevermore.‘

`Prophet!‘ said I, `thing of evil! – prophet still, if bird or devil! –
Whether tempter sent, or whether tempest tossed thee here ashore,
Desolate yet all undaunted, on this desert land enchanted –
On this home by horror haunted – tell me truly, I implore –
Is there – is there balm in Gilead? – tell me – tell me, I implore!‘
Quoth the raven, `Nevermore.‘

`Prophet!‘ said I, `thing of evil! – prophet still, if bird or devil!
By that Heaven that bends above us – by that God we both adore –
Tell this soul with sorrow laden if, within the distant Aidenn,
It shall clasp a sainted maiden whom the angels name Lenore –
Clasp a rare and radiant maiden, whom the angels name Lenore?‘
Quoth the raven, `Nevermore.‘

`Be that word our sign of parting, bird or fiend!‘ I shrieked upstarting –
`Get thee back into the tempest and the Night’s Plutonian shore!
Leave no black plume as a token of that lie thy soul hath spoken!
Leave my loneliness unbroken! – quit the bust above my door!
Take thy beak from out my heart, and take thy form from off my door!‘
Quoth the raven, `Nevermore.‘

And the raven, never flitting, still is sitting, still is sitting
On the pallid bust of Pallas just above my chamber door;
And his eyes have all the seeming of a demon’s that is dreaming,
And the lamp-light o’er him streaming throws his shadow on the floor;
And my soul from out that shadow that lies floating on the floor
Shall be lifted – nevermore!

(http://www.heise.de/ix/raven/Literature/Lore/TheRaven.html

Der Rabe

Eines Nachts, aus gelben Blättern mit verblichnen Runenlettern
Tote Mären suchend, sammelnd von des Zeitenmeers Gestaden,
Müde in die Zeilen blickend und zuletzt im Schlafe nickend,
Hört‘ ich plötzlich leise klopfen, leise, doch vernehmlich klopfen
Und fuhr auf, erschreckend stammelnd: »Einer von den Kameraden«,
»Einer von den Kameraden«.

In dem letzten Mond des Jahres, um die zwölfte Stunde war es,
Und ein wunderlich Rumoren klang mir fort und fort im Ohre,
Sehnlichst harrte ich des Tages, jedes neuen Glockenschlages;
In das Buch vor mir versenken wollt‘ ich all mein Schmerzgedenken,
Meine Träume von Leonoren, meinen Gram um Leonore,
Um die tote Leonore.

Seltsame, phantastisch wilde, unerklärliche Gebilde,
Schwarz und dicht gleich undurchsicht’gen, nächtig dunklen Nebelschwaden
Huschten aus den Zimmerecken, füllten mich mit tausend Schrecken,
So daß ich nun bleich und schlotternd, immer wieder angstvoll stotternd,
Murmelte, mich zu beschwicht’gen: »Einer von den Kameraden«,
»Einer von den Kameraden!«

Alsbald aber mich ermannend, fragt‘ ich, jede Scheu verbannend,
Wen der Weg noch zu mir führe: »Mit wem habe ich die Ehre?«
Hub ich an, weltmännisch höflich: »Sie verzeihen, ich bin sträflich,
Daß ich Sie nicht gleich vernommen; seien Sie mir hochwillkommen!«
Und ich öffnete die Türe – nichts als schaudervolle Leere,
Schwarze, schaudervolle Leere.

Lang in dieses Dunkel starrend, stand ich fürchtend, stand ich harrend,
Fürchtend, harrend, zweifelnd, staunend, meine Seele ganz im Ohre –
Doch die Nacht blieb ungelichtet, tiefes Schwarz auf Schwarz geschichtet,
Und das Schweigen ungebrochen, und nichts weiter ward gesprochen,
Als das eine, flüsternd, raunend, das gehauchte Wort »Lenore«,
Das ich flüsterte: »Lenore!«

In mein Zimmer wiederkehrend und zum Sessel flüchtend, während
Schatten meinen Blick umflorten, hörte ich von neuem klopfen,
Diesmal aber etwas lauter, gleichsam kecker und vertrauter.
An dem Laden ist es, sagt‘ ich, und mich zu erheben wagt‘ ich,
Sprach mir Mut zu mit den Worten: »Sicher sind es Regentropfen,
Weiter nichts als Regentropfen«.

Und ich öffnete: Bedächtig schritt ein Rabe, groß und nächtig,
Mit verwildertem Gefieder ins Gemach und gravitätisch
Mit dem ernsten Kopfe nickend, flüchtig durch das Zimmer blickend,
Flog er auf das Türgerüste, und auf einer Pallasbüste
Ließ er sich gemächlich nieder, saß dort stolz und majestätisch,
Selbstbewußt und majestätisch.

Ob des herrischen Verfahrens und des würdige’n Gebarens
Dieses wunderlichen Gastes schier belustigt, sprach ich; »Grimmer
Unglücksbote des Gestades an dem Flußgebiet des Hades
Du bist sicher hochgeboren, kommst du gradwegs von den Toren
Des plutonischen Palastes? Sag, wie nennt man dich dort?« – »Nimmer!«
Hört‘ ich da vernehmlich: »Nimmer!«

Wahrlich, ich muß eingestehen, daß mich eigene Ideen
Bei dem dunklen Wort durchschwirrten, ja, daß mir Gedanken kamen,
Zweifel vom bizarrsten Schlage; und es ist auch keine Frage,
Daß dies seltsame Begebnis ein vereinzeltes Erlebnis:
Einen Raben zu bewirten mit solch ominösem Namen,
Solchem ominösen Namen.

Doch mein düsterer Gefährte sprach nichts weiter und gewährte
Mir kein Zeichen der Beachtung. Lautlos stille ward’s im Zimmer,
Bis ich traumhaft, abgebrochen (halb gedacht und halb gesprochen)
Raunte: »Andre Freunde gingen, morgen hebt auch er die Schwingen,
Läßt dich wieder in Umnachtung.« Da vernahm ich deutlich »Nimmer.«
Deutlich und verständlich: »Nimmer.«

Stutzig über die Repliken, maß ich ihn mit scheuen Blicken,
Sprechend: Dies ist zweifelsohne sein gesamter Schatz an Worten,
Einem Herren abgefangen, dem das Unglück nachgegangen,
Nachgegangen, nachgelaufen, bis er auf dem Trümmerhaufen
Seines Glücks dies monotone »Nimmer« seufzte allerorten,
Jederzeit und allerorten.

Doch der Rabe lieb possierlich würdevoll, und unwillkürlich
Mußt‘ ich lächeln ob des Wichtes: Alsdann mitten in das Zimmer
Einen samtnen Sessel rückend und mich in die Polster drückend,
Sann ich angesichts des grimmen, dürren, ominösen, schlimmen
Künders göttlichen Gerichtes, über dieses dunkle »Nimmer«,
Dieses rätselhafte »Nimmer.«

Dies und anderes erwog ich, in die Traumeslande flog ich,
Losgelöst von jeder Fessel. Von der Lampe fiel ein Schimmer
Auf die violetten Stühle, und auf meinem samtnen Pfühle
Lag ich lange, traumverloren, schwang mich auf zu Leonoren,
Die in diesen samtnen Sessel nimmermehr sich lehnet, nimmer,
Nimmer, nimmer, nimmer, nimmer.

Plötzlich ward es in mir lichter und die Luft im Zimmer dichter,
Als ob Weihrauch sie durchwehte. Und an diesem Hoffnungsschimmer
Mich erwärmend, rief ich: »Manna, Manna, schickst du Gott, Hosianna;
Lob ihm, der die Gnade spendet, der dir seine Engel sendet!
Trink, o trink aus dieser Lethe und vergiß Lenore! –»Nimmer!«
Krächzte da der Rabe. »Nimmer!«

»Nachtprophet, erzeugt vom Zweifel, seist du Vogel oder Teufel,
Triumphierend ob der Sünder Zähneklappern und Gewimmer
Hier, aus dieser dürren Wüste, dieser Stätte geiler Lüste,
Hoffnungslos, doch ungebrochen, und noch rein und unbestochen,
Frag‘ ich dich, du Schicksalskünder: Ist in Gilead Balsam?« – »Nimmer«,
Krächzte da der Rabe, »nimmer!«

»Nachtprophet, erzeugt vom Zweifel, seist du Vogel oder Teufel –
Bei dem göttlichen Erbarmen, lösch nicht diesen letzten Schimmer!
Sag‘ mir, find ich nach dem trüben Erdenwallen einst dort drüben
Sie, die von dem Engelschore wird geheißen Leonore?
Werd‘ ich sie dort einst umarmen, meine Leonore?« – »Nimmer«,
Krächzte da der Rabe, »nimmer!«

»Feind, du lügst, heb‘ dich von hinnen«, schrie ich auf, beinah von Sinnen,
»Dorthin zieh, wo Schatten wallen unter Winseln und Gewimmer,
Kehr‘ zurück zum dunklen Strande, laß kein Federchen zum Pfande
Dessen, was du prophezeitest, daß du diesen Ort entweihtest,
Nimm aus meiner Brust die Krallen, hebe dich von hinnen«! – »Nimmer«,
Krächzte da der Rabe, »nimmer!«

Und auf meinem Türgerüste, auf der bleichen Pallasbüste,
Unverdrossen, ohn‘ Ermatten, sitzt mein dunkler Gast noch immer.
Sein Dämonenauge funkelt und sein Schattenriß verdunkelt
Das Gemach, schwillt immer mächt’ger und wird immer grabesnächt’ger –
Und aus diesen schweren Schatten hebt sich meine Seele nimmer,
Nimmer, nimmer, nimmer, nimmer –.

(http://gutenberg.spiegel.de/buch/edgar-allan-poe-gedichte-2282/10)

Pixabay

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11 Gedanken zu “Edgar Allan Poe~ Einer der besten Poeten aller Zeiten

    1. Hallo, das ist aber sehr nett! Nein, leider ist das nicht so. Ich hab die wichtigsten Infos aus Wiki und anderen Seiten zusammengepickt. (Das ist dann immer der Link in der Klammer), aber über Poe wollte ich schon immer mal was schreiben und irgendwie, ist mir das heute durch deine Gedichte wieder eingefallen 🙂 Ich kann mich noch erinnern, wie fanatisch und verzweifelt ich nach dem Gedicht gesucht habe 😀 Und irgendwann habe ich es sogar gefunden. Danke aber für dein liebes Kompliment 🙂

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    1. Ja! Poe war klasse! Zwar manchmal ein bisschen komisch und sicher keine einfache Kost für seine Mitmenschen aber er hatte es auch nie leicht und hat trotzdem geschrieben. Bei uns in der Stadt gibt es nur einen Raben und jedes Mal wenn ich ihn sehe, dann muss ich an Poe denken!
      In dieses Gedicht kann man einfach extrem viel reininterpretieren. Klasse!
      Danke für die netten Worte! 🙂

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