Royals. Zwischen Disneytraum und Geldverschwendung

Erstes Bild: Tiara Link

Das Wort „Royal“ wird im Wörterbuch mit: majestätisch, königlich, hoheitsvoll beschrieben.

Es sind Synonyme für eine mittelalterliche Lebensform, die bis in die heutige Zeit existiert und die für eine pure Ungleichheit in noch so demokratischen Ländern sorgt. Und doch sind die so beliebt wie noch nie. Volksverblödung? Disneygefühl? Hoffnung? Ich habe noch nie ganz verstanden, warum sich Menschen selbst so erniedrigen und freiwillig ganze Familien durchfüttern, die sie noch nicht einmal anschauen dürfen und die sie mit „Ihre Majestät KönigIn Mustermann/frau“, „Ihre Hochheit KönigIn Mustermann/frau“ ansprechen müssen und einen Brief mit: „I have the honour to be, Madam, Your Majesty’s most humble and obedient servant,“ ((Ich habe die Ehre, Madam, Ihrer Majestät bescheidenster und gehorsamster Diener zu sein) http://de.wikihow.com/Eine-K%C3%B6nigin-ansprechen ) abschließen müssen/ sollten.

Es ist zweifelsohne ein schöner Gedanke mit einem Krönchen, Diadem oder einer Tiara auf dem Kopf und einem wunderschönen, von anderen Menschen bezahlten Kleid, durch die Gegend hofiert zu werden und im Mittelpunkt zu stehen. Allerdings wird der Gedanke daran immer zweifelhafter, wenn alle Seiten in Betracht gezogen werden.

Man lebt für die Krone, es wird einem suggeriert Besser und Wertvoller zu sein als der Rest der Menschheit- alleine schon mit einem Titel für den man nichts tun musste und nie tun muss. Wer das „Glück“ hat, „königlich“ geboren zu sein, der/ die wird NIE wissen was Arbeit wirklich heißt, wird ein Luxusleben auf Kosten der Bevölkerung oder im Falle der Queen, auf Kosten der Ärmsten der Armen der Kolonien, führen, wird nur ausgewählte Freunde haben dürfen und nur eine eingeschränkte Weltsicht haben- nein, wird ein völlig surreales Weltbild haben, das mit der Realität nicht vereinbar ist. Ihre Majestät wird immer und immer und immer wieder die selben Sätze bei Eröffnungen auswendig herunterleiern , wird die dämlichsten Dinge anschauen müssen, wird bei allen möglichen Feiern im Mittelpunkt stehen (was ja schön ist, aber nicht immer), immer krampfhaft lachen- aber nicht zu viel, das wäre nicht königlich und wird sehr bald schon wirklich im Glauben leben, mehr wert zu sein als andere Personen. Sollte man allerdings nicht „königlich“ geboren sein hilft nur eines: sich hocharbeiten. Dazu zählt: nicht viel essen, äußerlich dem richtigen Typ zu entsprechen, einen schwachen Charakter zu haben, alles mit sich machen zu lassen, Liierungen aufzuheben und notfalls Studienrichtung für die Krone zu wechseln. Und: FRUCHTBAR zu sein.

Aber neben den nicht so tollen Dingen, gibt es Sachen die einfach nur fantastisch sind: so weiß jede/r, dass die Queen eigentlich keine Steuern zahlen müsste (wäre auch sinnlos, wenn sie davon lebt) aber dass sie es gnädigerweise dennoch tut. Außerdem, und das ist ein sehr, sehr, sehr gefährlicher Punkt haben Monarchen immer noch eine große politische Macht. Das heißt, dass in Ländern mit Monarchie kein Gesetz ohne der Einwilligung des Königs bzw. der Königin (die offiziell immer noch als Titel weniger wert ist als König) existieren darf. Zwar kann man faktisch in Ländern wie Schweden und Norwegen, den KönigInnen Status abschaffen, allerdings dürfte sich das als schwierig gestalten; alleine schon, wenn man die ganzen Orden abnehmen müsste. So gehören im schönen Schweden z.B. die meisten Familienmitglieder der Royals dem „Königlichen Seraphinenorden“ (Kungliga Serafimerorden) an- auch wenn der Rest der schwedischen StaatsbürgerInnen nicht den höchsten Orden im Lande bekommen dürfen.

Die Mitglieder des schwedischen Königshauses bekommen sie zum Teil, noch bevor jemand das erste Lebensjahr vollendet hat. Ein Beispiel wäre Prinzessin Leonore. Sie ist die Tochter von Prinzessin Madeleine und kam am 20.02.2014 in New York zur Welt. Sie ist jetzt fast genau zwei Jahre alt und im Besitz des höchsten Orden von ganz Schweden.

Da frage ich mich ernsthaft was sie dafür geleistet hat. Ich persönlich empfinde das, trotz meiner zugegebenen Sympathie für die Kronprinzessin Victoria, als Verhöhnung der schwedischen Bevölkerung, dass einem Kleinkind ein solcher Orden gegeben wird, während andere im Land sich die Füße wund rennen. Neben dem Seraphinenorden, bekommen Prinzessinen und Prinzen, sowie Könige und andere Adelige, zahlreiche Auszeichnungen, Orden, Medaillen uvm. weil sie eben in diesen Positionen sind. Leider gibt es sehr, sehr wenige „königliche“ Personen, die wirklich für andere Menschen was tun.

Die übertriebenen Ehrenbekundungen wären allesamt kein großes Problem, wenn nicht noch Sonderrechte kämen, die dem Fass den Boden ausschlagen. So darf die Queen als Staatsoberhaupt von 20 Ländern, ein Veto einlegen und Minister ernennen. Es ist höchstgefährlich zu denken, dass Royals keine Macht mehr hätten, denn das stimmt nicht. Royals haben eine so große Macht, dass es schon sehr bedenklich ist- besonders wenn wir uns GB ansehen, denn die wahren Machtverhältnisse werden den Commonwealth Staaten gar nicht mitgeteilt. Die Bürger von Australien, etc. bezahlen ihre Steuern, wissen aber meistens gar nicht, wer sie einstreicht.

„Der Wert der weltweiten Ländereien, die sich somit zweifelsfrei im Eigentum der englischen Königin befinden, wird auf rund 20 Billionen Euro geschätzt.Ein Teil davon entfällt auf die Besitzungen innerhalb des Vereinigten Königreichs, deren Wert offiziell mit 7 Billionen Pfund (8,2 Billionen Euro) und einem Jahresertrag von 230,9 Millionen Pfund (270 Millionen Euro) angegeben wird.“ The Intelligence (http://www.theintelligence.de/index.php/wirtschaft/finanzen/3707-england-und-die-eu-monarchie-ist-mehr-als-tradition.html)

Außerdem ernennt die Queen Premierminister und entlässt notfalls auch Minister, sie kann ein Parlament auflösen, begnügt sich aber mit Absprachen mit dem Premier. Außerdem untersteht der Queen die Kirche und das Heer.Die Queen brauch weder Dokumente noch einen Führerschein zum Fahren und sollte sie jemanden absichtlich tot fahren, dann darf die Queen nicht verurteilt werden. Die Queen darf nie verurteilt werden, sie kann nicht verurteilt werden, egal ob sie Diebstahl, Verleumdung oder Mord begeht, denn als Privatperson ist sie frei von jeder Schuld (sie darf höchstens als Amtsträgerin angeklagt werden). Und das ist gefährlicher als die Tatsache, dass das Recht auf Informationsfreiheit, bei Royals nicht existent ist.

Die Macht der Royals ist so gravierend, dass sie Menschenrechte eindämmt. 

Aber den Menschen ist das egal. So lange sie ein pompöses Machtzeichen sehen, schöne Kleider, süße Babys und „God save the Queen“ singen können, anstatt „God save the United Kingdom“, sind sie glücklich. Während die Royals an einem Abend besoffen, willkürlich einigen Frauen an die Brust und sonstwo hin greifen, müssen am nächsten Tag alle einen Knicks machen. Für die aus dem eigenen Land ist es Pflicht. An Skandalen fehlt es so gut wie in keinem Königshaus. Madeleine, Sophie und Carl Philip von Schweden wird ziemlich oft Verschwendung von Steuergeldern vorgeworfen. Da wäre unter Anderem das über 8000 Euro teure Nobelpreis Kleid von Sophie und Madeleines Luxus Urlaube sowie der Luxus- Kindergarten den ihre Tochter Leonore in London besucht. Der König selbst, ist hingegen für seine sexuelle Freizügigkeit bekannt. Im Buch „Carl XVI Gustaf- Der widerwillige Monarch“ beschreiben die AutorInnen Thomas Sjöborg, Deanne Rauscher und Tove Meyer, das wilde Leben des Königs. Es wurde sofort zu einem Bestseller. Kommentar seiner Frau auf die Frage ob sie von dem Buch und den Skandalen wisse: „Wir haben uns über das Buch unterhalten“. So ziemlich jede/r des schwedischen Königshauses minus Victoria, stand schon in heftiger Kritik. Denn für all die Luxusgüter und Luxus Urlaube

muss das schwedische Volk aufkommen.  Prinzessin Mette- Marit von Norwegen wird indes vorgeworfen zu mürrisch und zu lustlos ihren königlichen Pflichten nach zugehen. Außerdem sei sie in illegale Dinge verwickelt und die Niederländer waren gezwungen, den Song für die Krönung von Maxima und Wilhelm- Alexander zu bezahlen, da er sich nicht verkaufte. In Spanien machten Letizias Aggressionen Schlagzeilen, die wirklich heftig sind. So hat sie ihrem Ex die Nägel in den Hals gerammt. Auch alle anderen Königshäuser dürfen stolz Skandale am laufenden Band verzeichnen, die zum Teil das Volk finanziell ausbaden muss; wobei Großbritannien wie immer dem Ganzen wortwörtlich, die Krone aufsetzt. Hitlergruß der Queen, Ehe zu Dritt, die Tampon Geschichte, die allerdings seitens der Journalisten unter die Gürtellinie ging, Prinz Harry im Nazikostüm, Prinz Andrews angebliche Sexsklavin, die Cousinen die das Benehmen mit Harry teilen usw. Während Harry sich ein Benehmen leistet, dass kein Tölpel an den Tag legen würde, erscheint seine Schwägerin Kate einige Stunden nach der Geburt schon wieder aufgestylt um sich von den Kameras fotografieren zu lassen. Eine Geburt ist etwas Alltägliches und einer Frau geht es nachher sofort blendend, wird einem damit suggeriert.

Interessant dabei ist auch das Verhalten von Kates Familie. Alle drei Kinder tragen als Zweitnamen einen Namen der königlichen Familie (sie heißt Elizabeth mit zweitem Namen), ihre Schwester will offenbar niemand als Arbeitnehmerin und auch deren Versuche selbständig als Kolumnistin und Autorin scheiterten kläglich. Beiden wird vorgeworfen strohdumm, kaltherzig und charakterlos zu sein. Kate zudem, alles getan zu haben um die Krone zu erlangen. Würde man aber alle Skandale des Britischen Königshauses aufzählen, würde der Beitrag kein Ende finden.

Es gibt aber dennoch auch Royals, bei denen ich nicht drumherum komme, sie sympathisch zu finden. Da wären wir bei der charismatischen Maxima und ihrem Mann, bei der ruhigen Mette- Marit und vor allem bei der (vermutlich) warmherzigen Victoria. Sie alle leben zwar ein Leben in Saus und Braus, aber es sind die Beispiele an denen man sieht, dass wir doch alle Menschen sind. Sie sind die menschlichsten und die freundlichsten unter diesen Leuten. Und sie kämpfen mit Problemen. LRS, Gesichtsblindheit, dunkle Familiengeschichte usw. Wenn es etwas gibt, was mich an Victoria z.B. sehr fasziniert, ist es ihre soziale Ader.

Die Kronprinzessin ist in Schweden nicht nur äußerst populär sondern wirklich sehr, sehr beliebt. Sie wird wie ein Popstar vergöttert und ist der Inbegriff des Royal Stars. In unzähligen Umfragen teilt sie sich mit Maxima Rang 1 der beliebtesten Royals und das ist verständlich bei so schönen Auftritten wie diesen:

Sie tretet hier als Überraschungsgast auf der „QX gaygalan“ im Jahre 2013 auf. Nach dem nicht enden wollenden Applaus ließt sie mit Inbrunst den Sieger vor und zitiert ihn. Es geht im Zitat um das Miteinander, egal welche sexuelle Orientierung man hat. 

Wer auch nur oberflächlich Victorias Geschichte ansieht, merkt, dass sie unter dem öffentlichen Druck, wahnsinnig gelitten hat. Als sie noch jünger waren die Folge davon Bulimie und Magersucht. Die Kronprinzessin gab dies 1997 bekannt, mit der Begründung, dass der Druck der Öffentlichkeit einfach zu stark geworden ist. Sie ist inzwischen eine der beliebtesten Personen Schwedens und weit über die Grenzen hinaus geworden und wird vermutlich neben Astrid Lindgren als DIE Schwedin aufgezählt werden. Victoria hat dem spröden und mittelalterlichem Hof das gegeben was er und viele andere Höfe brauchten bzw. bräuchten: eine stille aber liebe Revolution. Schritt für Schritt hat sie sich gegen ihre Eltern durchgesetzt, ohne einen bitteren Beigeschmack in der Familie zu hinterlassen. Sie setzt sich für Menschlichkeit ein und hat sich auf Friedenspolitik spezialisiert. Sie gehört zu den wenigen Royals, denen man wirklich Anerkennung zollen muss. Auch wenn ich sehr gegen Monarchie bin, egal welche Form, ist Victoria einfach eine sehr interessante und offensichtlich liebevolle Person.

Die Monarchie bieten vielen Menschen einen Zugang zu Träumen, die mich an Disney erinnern. Allerdings haben die Monarchen eine gewaltige Macht, die höchst ungern nach Außen hin gezeigt wird. So wissen die wenigsten Menschen, welche Befugnisse heutzutage, im Jahr 2016, noch in den Händen von einigen wenigen Personen liegen. Wenn ich mir einige der Royals anschaue, überkommt mich pures Entsetzen zu wissen, dass diese Leute so viel Macht haben. Das jährliche Geld, welches für Royals fließt könnten gewisse Länder dringend für die Bevölkerung gebrauchen. Vor gewisse Länder wären gut beraten, wenn dieses Geld dem Staate zugute kommen würde, anstatt Designern. Trotz meiner Sympathie für Victoria, Máxima und für Mette- Marit, finde ich diese Regierungsform (parlamentarische Monarchie oder konstitutionelle Monarchie) äußerst bedenklich.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s