Eine Hungerkünstlerin – Frei nach Kafka

„Schlussendlich ist das Hungern dennoch keine Kunst, kein Protest und keine Rebellion. Es ist krank. Selbstzerstörung.“ ~ Alice ohne Wunderland

Ein sehr schöner Beitrag, der von Hungern und Idealen handelt.

Alice ohne Wunderland

Eine Freundin nannte mich neulich eine Hungerkünstlerin.

Hungerkünstlerin. Hört sich schön an. Fast schon ästhetisch. Die Bezeichnung gefällt mir, schmeichelt mir. Genau wie bei Kafka ist die Hungerkünstlerin noch heute eine stumme Rebellin.

Hungern ist rein, puristisch, galant. Wer hungern kann ist erhaben, enthaltsam, diszipliniert und frei von niederen Trieben. Zumindest wird das in unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft so gepredigt.

Das Gegenteil hingegen, die Hedonistin, ist dem Konsum und der Reizüberflutung verfallen. Kann sich nicht beherrschen. Ist haltlos, lüstern, gierig, geradezu animalisch.

In einer Gesellschaft in der es den Menschen an nichts fehlt, in der alles in dreifacher Ausführung vorhanden ist, in der Güterknappheit ein Fremdwort ist, schaut man mit Bewunderung auf eben jene, die es schaffen sich diesem Überangebot zu entziehen und ihre Enthaltsamkeit zu zelebrieren. Dabei ist doch genau diese Gesellschaft überhaupt daran „schuld“, dass ein solch krankes Ideal existiert.

Bin ich also eine Hungerkünstlerin? Ist es

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