Blogparade: Schreiben gegen Rechts. Von Angst und von Liebe

(http://annaschmidt-berlin.com/2016/02/27/schreiben-gegen-rechts-blogparade/)

Ich bin über SackingBob auf diese wunderschöne Blogparade gestoßen und möchte gerne daran teilnehmen. Die Autorin des Blogs: „Bunt und Farbenfroh„, Anna Schmidt, hat diese Aktion ins Leben gerufen und ich freue mich schon sehr teilnehmen zu können. Ich hoffe, dass ich sie richtig mache und dass euch natürlich der Text gefällt. Bei dieser Blogparade, hat wirklich jede und jeder die Möglichkeit mitzumachen und ich würde mich freuen, wenn sich noch mehr daran beteiligen würden. Hier geht es primär um eine wichtige Botschaft. 

Ich möchte meinen Beitrag zum Thema Kommentare, Gutmenschen, Angst und Liebe verfassen.

Und ich möchte einen Appell senden, einen Weckruf an unser aller Herz!

Gefühle, die

Seit längerer Zeit, beobachte ich Kommentare in diversen Sozialen Netzwerken, zum Thema Flüchtlinge. Als Freiwillige Helferin vor Ort, stimmen sie mich traurig, wütend, unverständlich. Ich ärgere mich oft so dermaßen, dass ich anfange Pauschalurteile zu fällen und wenn ich dann einhalte, bin ich von mir selbst enttäuscht.

Gutmensch, der

Wie wir alle wissen, tummeln sich zur Zeit sehr, sehr schlimme Kommentare, gerade auf Facebook und Twitter. Die Welt scheint sich wieder dem Rechtspopulismus zu zuwenden und „Gutmensch“ ist ein Schimpfwort geworden. Und 2015 wurde es zum „Unwort“ des Jahres gekürt. Aber warum?

Das Schlagwort in Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe diffamiere „Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischen Imperialismus“ (Tagesschau.de)

Als ich das gehört habe, musste ich fast weinen.

In unseren Orten, wird man auch schnell zum Gutmenschen degradiert. Es wird verächtlich als Schimpfwort verwendet und Leuten an den Kopf geworfen, die doch nur Helfen wollen. Wie schon in der Nazizeit ist das Wort pejorativ verwendet und das tut mir unendlich Leid.

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Pegidas Motto: „Gewaltfrei und vereint…“ http://bilder1.n-tv.de/img/incoming/crop16125396/2974993398-cImg_16_9-w680/45a6b6c35a65a7a0b6ebce83ca15def9.jpg

Im Wort Gutmensch, steckt „guter Mensch“ und es soll einfach nur Toleranz, Hilfsbereitschaft, Liebe zeigen. Säulen einer Bevölkerung, eines Dorfes, eines Landes und eines Staates. Gutmenschen, sind all jene, die Weihnachten im Obdachlosenheim verbringen um den Menschen dort, einen würdigen Abend zu ermöglichen, Gutmenschen sind all jene, die einen verletzten Vogel zum Tierarzt bringen, trotz Termine, Gutmenschen sind all jene, die tief in ihrem Herzen an das Gute im Menschen glauben.

Und das tun wir doch alle?

Hass, der

Neben dem Begriff „Gutmensch“, werden immer wieder Forderungen lauter, Flüchtlinge, Asylanten, Neger, Ausländer, Schwule, Lesben, Juden und vor allem Moslems nach Auschwitz zu schicken, sie zu vergasen, zu verbrennen, zu erschießen, zu ersäufen, und und und.

11951058_928631783860114_27522520_nFacebook läuft über. Es wird sich gefreut, wenn ein Flüchtlingskind ertrinkt und es wird bedauert, wenn es überlebt. War es am Anfang noch der Aufreger des Tages, wenn sich jemand sich wieder Hitler gewünscht hat, mittlerweile sind diese Kommentare so normal, dass man sie gar nicht mehr sieht. Man scrollt weiter, man liest es nicht, man will es nicht hören, man hat sich gewöhnt.

Angst, die 

Und das ist der springende Punkt!

Warum stehen solche Kommentare, warum der ganze Hass?

Vieles ist einfach Angst. Die Menschen sind ängstliche Wesen. Sie sind Wesen voller Unsicherheit, voller Verlassensängste und voll von Existenzangst. Die Menschen haben vor Allem Angst, zu Verlieren.

Sie haben angst, dass sie ihr Haus verlieren, ihre Kinder, ihre PartnerInnen, ihre Haustiere, alles was ihnen lieb ist, sobald sie mit einer Situation konfrontiert werden, die sie nicht einschätzen können.

Ich auch.

Ich bin eigentlich sein sehr ängstlicher Mensch und sehr leicht zu verunsichern und zu stressen. Ich komme mir manchmal vor wie eine gehetzte Maus, die ständig ihre Lauscher offen hat. Ich bin Misstrauisch, ich wurde verletzt. Ohne zu wollen folge ich einem berühmten englischen Spruch. „Einmal gebissen, zweimal vorsichtig“

Once bitten, twice shy

Dieses Prinzip weite ich dann aus, auf alles was damit zu tun haben könnte, und ertappe mich selbst dabei, wie ich angst bekomme, wegen Nichtigkeiten und wie ich anfange Menschen zu pauschalisieren. Warum das so schnell allen passieren kann? Angst ist menschlich, angst hilft zu überleben, aber manchmal kann sich aus Angst etwas entwickeln, das alles ins Fatale zieht. Hass.

Leider kann aus Angst, der nicht entgegengewirkt wird, die nicht aufgearbeitet wird, sich schnell ein Gefühl von Hass entwickeln. Und da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, gewöhnt er sich an dieses Gefühl.

Liebe, die

Wir dürfen uns nicht an Hass gewöhnen, wir dürfen nicht taub werden, wir dürfen nicht aufhören uns für das Überleben der Menschenrechte und der Würde aller Menschen und Tiere einzusetzen. gregor

Wir alle lieben die Liebe, wir lieben es zu küssen, wir lieben es mit den Kleinen aus unserer Familie oder unserer Verwandtschaft zu spielen, wir lieben es gut zu Essen, wir lieben es zu umarmen und wir lieben es eine freie Schulter zum Ausweinen zu haben. Wir lieben die Sterne, wir lieben unser Dasein, wir lieben unsere Freunde, unser Hobby und unsere Träume.

Wir lieben die Menschen und wir lieben die Tiere.

Wir alle haben die Vision einer gerechten, fast schon utopisch, schönen Welt. Einer Welt in der Alle glücklich sind und in der jede und jeder seinen Traum verwirklichen kann. In der wir lieben dürfen wen wir wollen und in der wir uns nicht vor Bomben verstecken müssen. In der es Detonationen über unseren Köpfen gar nicht gibt und in der es unvorstellbar ist, jemanden wegen einer anderen Einstellung zu verurteilen.

Ich glaube, wir alle, sollten beginnen mit unserem Herzen zu denken und mit unserer Seele zu sprechen. Wir wären erstaunt, darüber, wie nah wir uns doch sind. 

Menschen und Tiere, aller Länder. 

 

 

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6 Gedanken zu “Blogparade: Schreiben gegen Rechts. Von Angst und von Liebe

  1. Sehr schön geschrieben. In unserer Zeit ging die Naivität verloren, eine Eigenschaft die nötig ist um mit Liebe neu zu beginnen. Wenn jemand zu mir sagt ich sei naiv, dann macht mich das glücklich. 😊

    Gefällt 1 Person

    1. Oh vielen lieben Dank! Ja Naivität ist manchmal ein besserer Schlüssel zu uns als sonst was. Ich freue mich, dass es dir gefällt 🙂 alles Liebe!!

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