Adoptionsrassismus: Jedes Kind, nur kein schwarzes (Von SPON)

Gerade habe ich auf SPON (Spiegel Online) einen Artikel gelesen. Schwarze Kinder, haben es schwerer adoptiert zu schwerden, als alle anderen Kinder. Grund ist die nicht- Bereitschaft  der Adoptiveltern, mit rassistischen Problemen umzugehen, die das Kind haben wird. Außerdem, wird afrikanisches Aussehen mit Kriminalität und Dummheit assoziiert, was fatal und absolut falsch ist. Da ich selbst adoptiert bin, habe ich mir die Kommentare durchgelesen und bin zutiefst geschockt zurück geblieben.

Immer noch zieht es mir alles zusammen und mir wird schlecht, wenn ich an diese Kommentare denken muss. Leider geht es vielen Adoptiveltern nicht darum, dass sie einem Kind Liebe geben können und dass sie eine Familie gründen wollen, sondern darum, dass sie selbst etwas zum Glänzen haben, dass ihnen ähnelt. Die Kommentatoren haben sich um das Wesentliche, nämlich um die Liebe für ein Kind nicht geschert. Es ging tatsächlich nur, darum, dass es nicht afrikanisch bzw. schwarz sein soll. Mit Ausreden oder Kommentarlos. Mein Magen dreht sich wirklich halbwegs um und ich glaube, dass ich einige Dinge klarstellen muss:

  1. Es werden Eltern für ein Kind gesucht- und nicht umgekehrt
  2. Es geht um Familie und Liebe
  3. Es geht nicht um Schönheit
  4. Adoptionen sind immer eine anstrengende Geschichte; wer angst vor Anfeindungen udg. hat, der brauch erst gar nicht zu starten.
  5. Wir sind nicht, und ich wiederhole, nicht in einem Kaufhaus wenn wir Kinder adoptieren
  6. Und das wichtigste: Es werden Menschen adoptiert!
wenn man meint, es geht nicht noch tiefer
Die absolute Krönung. Ich werde Elias Bucher Schmerzensersatz zahlen, dafür, dass es vielleicht nicht so (bzw. in seinen Augen) ist, wie er es will.

 

Als meine Eltern mich adoptiert haben, durften sie

  1. Das Land
  2. Gesund oder „Alles“
  3. Das Geschlecht

sich aussuchen, wobei Geschlecht nicht wirklich eingehalten wird. Meine Eltern hatten schon immer eine Liebe für Indien, daher fiel die Wahl dementsprechend leicht. Sie haben sich über indische Kultur eingelesen und so viel Infos gesammelt wie um 1990 nur möglich war.

Meine Eltern gehörten zu den wenigen, die gesunde, wie auch nicht vollkommen gesunde Kinder angenommen hätten. Das Geschlecht, war ihnen egal.

Nachdem sie sich definitiv für ein Kind entschieden haben, wurde ihnen mein Foto gezeigt. Das heißt: sie haben sich nicht aussuchen dürfen welches Kind genau, sie wollen, aus dem einfachen Grund, dass da kein Katalog entsteht indem ein Kind aufgrund seines Aussehens mehr Wert hat, als das andere Kind.

Wo würden wir landen, wenn Menschen sich aus einer Reihe Kinder in einem Heftchen, das Schönste aussuchen könnten? Sicherlich, wäre es süß, das Schönste zu nehmen, aber 1. was ist schön? und 2. haben nicht alle Kinder dasselbe Recht eine Familie zu finden und gülcklich zu sein? Bei solchen KommentatorInnen frage ich mich ernsthaft, wie sie dann reagieren würden, wenn sich das Kind nicht perfekt so entwickelt, wie es sollte und es z.B. schwul wird? Verstößt man es dann?

Ein Kind zu Adoptieren dauert lange- mindestens neun Monate. Es geht um eine Familie und nicht um das Aussehen, es geht darum sich gegenseitig zu unterstützen und nicht mit einem Kind, die Leere oder sonst was kompensieren zu müssen.

Schwarze Kinder, sind Kinder. Nichts Anderes. Sie haben dasselbe Recht geliebt zu werden, wie alle anderen und diese Kommentare, könnten sich einige wirklich sparen.

 

Rassismus, der noch in den Kinderschuhen steckt.

Posted by SPIEGEL ONLINE on Samstag, 5. März 2016

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