Leni Riefenstahl~ Genie und Opportunistin

Leni Riefenstahl ist eine der berümtesten Frauen, der Geschichte des Films. Sie war eine hochtalentierte Meisterin im Filme schneiden, arbeitete bis hin zur totalen Erschöpfung und rastete nicht. Aber sie war noch etwas: eine Opportunistin, die sich zu einem Werkzeug Hitlers machte.
Leni Riefenstahl kommt 1902 in Berlin zur Welt. Schon früh zeigt sie eine große Liebe an Alles was schön ist oder ästhetisch anspruchsvoll. So sagt sie in einem Interview mit Maischberger aus, dass sie als Kind immer Blumen gesammelt hat und gemalt hat. Ihre künstlerische Begabung wird gefördert, indem sie auf eine spezielle Schule gehen darf.

Mit dem 1932 erschienen Film „Das blaue Licht“, indem sie Regie führt und die Hauptrolle spielt, werden die NSDAP und Adolf Hitler auf die talentierte Frau aufmerksam. Schon bald entwickelt sich eine gute Beziehung zwischen den Beiden. Riefenstahl bewunderte Hitler für seine Wortgewandtheit, er sie wiederum für ihr Talent als Regisseurin. Sie verspricht ihm den später gedrehten Film „Triumph des Willens“ zu machen und er wird ein Meisterwerk. Am Berühmtesten wird Riefenstahl wohl für ihre exzellente Leistung für „Olympia“, indem sie wortwörtlich Filmgeschichte schreibt und mit drei Medaillen geehrt wird. Der Film ist ein einziges Meisterwerk an Ästhetik, indem alles perfekt umgearbeitet wird. Männer werden anders belichtet als Frauen, jede Bewegung wird nachgefahren und der Schnitt befördert die hochbegabte Frau in alle Lehrbücher fürs Filmen.

Bei all ihren Erfolgen, hat Riefenstahl immer einen bitteren Beigeschmack. Es wird ihr vorgeworfen, dass sie sich für überhaupt nichts interessiert hatte und das bejaht sie auch, nachdem sie es nur kurz zuvor im Maischberger- Interview, beneint (das wird hier unten nochmals angeführt). Immer wieder widerspricht sich die rüstige Frau im Interview, wird sehr offensiv und lässt Maischberger nicht ausreden. Über ihre Beziehung zu Hitler zu reden, ist für sie sichtlich schwer. Sie bestätigt eine kurze Liebelei mit ihm gehabt zu haben, allerdings diese sofort unterbunden zu haben, als sie von Eva Braun gehört hat. Er sei sowieso nicht ihr Typ gewesen, meint sie. Auch, wenn er sie nicht küssen wollte.
Riefenstahl bewart alles auf, was sie betrifft. Alle Bilder hat sie von Fans geschickt bekommen, sie selbst hat keine mehr gehabt. Außer den positiven Dingen, bewahrt sie auch alle Negativen auf, alle Gerichtsurteile, Beschlüsse uvm. Ihr Aktenkasten ist groß, die Akten quellen über. Wenn sie redet, dann ist sie ziemlich wortgewandt und sie weiß, was sie kann und was sie rein filmemäßig geleistet hat. Alle Filme, die sie gedreht hat, sieht sie als unpolitisch und nur als schön. Es interessiert sie dabei auch nicht, für wem die Filme sind. Sie gibt zu, dass sie natürlich auch für Stalin Filme machen würde, wäre die Situation diese oder für andere mächtige Politiker. Ihre Beziehung zu Hitler eröffnet ihr die Chance für ihren grandiosen Film „Olympia“. Sie steht in vorderster Reihe, bei wichtigen Anlässen und wird durch die Bank hofiert.
Sie weiß, was Hitler vorhat, sie macht mit und ist begeistert von seiner einnehmenden Art. Nach dem Krieg, kann ihr nichts angelastet werden und sie reist nach Afrika um dort die Nuba zu filmen.
Auch diese Aufnahmen sind einsame Klasse. Und trotzdem: warum machte sie sich zum Werkzeug Hitlers? Sie wusste, dass ihr Film verführerisch sein würde? Nun, sie streitet ab, dass er politisch verführt, aber bejaht, dass er ästhetisch verführt. Frau Riefenstahl dreht sich die Wahrheit, wie es ihr passt ohne mit der Wimper zu zucken. Sie legt einen Egozentrismus an Tag, der schwer übertreffbar ist, aber der sehr zu denken geben sollte, wie weit wir für unseren Ruhm gehen.

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3 Gedanken zu “Leni Riefenstahl~ Genie und Opportunistin

  1. Leni Riefenstahl war eine geniale Regisseurin, die genau wusste was sie tat. Vermutlich aber auch mit einer gewissen Naivität behaftet, die es bei vielen KünstlerInnen gibt. Wer die Geschichte der Schauspieler und Regisseure in der Zeit der Nazis verfolgt, wird auf einige solcher Menschen treffen. Wir sollten uns die Frage stellen: wie hätten wir reagiert? Wir können im Jahr 2016 locker dagegen sein, aber so einfach war es für diese Menschen nicht. Ihre Existenz hing davon ab. Und vielleicht ihr Leben.

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    1. Hey, ja ich habe mir verschiedene Interviews von ihr angeschaut und sie hat mit ihrem Talent natürlich ohne wenn und aber Filmgschichte geschrieben, allerdings habe ich beim längeren Beobachte und Wiederholen der Szenen immer wieder gemerkt, dass sie sich bei denselben Fragen widersprochen hat. Natürlich ist das immer ein schwieriges Thema. Ich denke mir oft: wie wäre ich gewesen? wäre ich Mitläuferin? Oder sogar noch schlimmer gewesen? Aber was ich bei ihr sehr stark bemerkt habe und was ihr vorgeworfen und von ihr einmal abgestritten und einmal kühl zugegeben wurde ist, dass ihr wegen ihrer Arbeit alles andere egal war. Ich bin ehrlich gesagt entsetzt über ihre Art zurück geblieben, bin aber natürlich immer noch fest von ihrem Talent überzeugt.

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      1. Mir sind Leni Riefenstahls Widersprüche aufgefallen. Aber ich bewerte sie anders. Wir haben eine geniale Seele gesehen, deren Karriere nach dem Krieg zu Ende war. Zumindest für die Öffentlichkeit. Immer die Sieger schreiben die Geschichte. Mit diesem letzten Film und Interview, hat sie es der Welt noch einmal gezeigt. Und sie hatte 70 Jahre Zeit, die Rolle der Naiven zu lernen. Ob sie es war, werden wir nie erfahren. Ich kann nur vermuten, dass sie die Augen vor dem verschlossen hat, was offensichtlich war. Aber wir müssen bedenken, es gab damals weder Fernsehen noch Internet. Ich vermute, dass vorausgesetzt, wir wären im Geist des Nationalismus erzogen worden und hätten es nicht besser gewusst, auch wir Teil der Bewegung gewesen wären. Klar, ich in Japan. Wo auch sonst? 😉

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