Die Justiz: Kälte, Rohheit und Prinzessin Zschäpe

Vor Kurzem hat die „ZEIT ONLINE“ einen Artikel über Beate Zschäpe heraus gebracht, der mich zwar nicht wirklich verwundert aber sehr verärgert hat. Im Artikel, geht es darum, dass sie sich im Gefängnis, anders als im Gerichtssaal wie eine verwöhnte Königin und die Herrin im Ring benimmt und als eine Art Chefin akzeptiert wird. Das Verhältnis zu dem Gefängnispersonal soll hervorragend sein, Zschäpe hat Privilegien, die kein anderer Gefangener hat und genießt offenbar Hochachtung und Rückendeckung des Personals, wie vieler Insassinnen. Das ist eine riesige Verhöhnung ihrer Opfer. 

Beate Zschäpe, hat zusammen mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt mehrere Menschen im Namen der „NSU“ ermordet. Bis heute sind einige Dinge zwar nicht ganz geklärt, sicher ist aber, dass der Verfassungsschutz und die Polizei nicht nur sehr schlechte Arbeit geleistet haben sondern Beweise (mutwillig?) zerstört haben. Und das auf eine so dumme Art, dass noch nicht einmal ein kleines Kind auf die Idee kommen würde, so was zu tun. Wer den dreiteiligen Film „Der NSU Komplex“ gesehen hat, hat ein bisschen einen

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Pixabay CC0

Einblick in das Geschehene erhalten. Die Verhöhnung und die Erniedrigung der Opfer fängt schon beim Aufkreuzen am Tatort und im Polizeirevier an und geht bis in den Verfassungsschutz, selbiges ist mit dem Schutz der Täter*innen. Die wenigen Polizisten, die wirklich etwas tun möchten, bekommen Felsen in den Weg gelegt und müssen zusehen, wie offizielle Dokumente und Beweise in den Reißwolf geschmissen werden. Wer diese Tatsachen, die im Film dargestellt werden, als unfair gegenüber Polizei und Verfassungsschutz sieht, bekommt mit Zschäpes Extrabehandlung im Gefängnis nun den letzten Beweis, wie die Justiz die Sache sieht.

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Pixabay CC0

Es ist einfach unmöglich und es widert mich an, den Text zu glauben und doch weiß ich, dass er stimmt. Die Aussagen des Gefängnisdirektors, die er auf Anfragen macht, sind mehr als wässrig und zeigen ganz deutlich, welche Mentalität der europäische Staatsapparat hat. Im Film wird einer muslimischen Frau, deren Mann ermordet wurde, einfach von der Polizei gesagt, er habe mit einer anderen Frau ein Verhältnis. Die Polizei wollte sehen, ob sie „zugeben würde“, dass sie ihn ermordet hat. Ehrenmord. Das ist das Erste das die Polizei im Kopf hatte als sie hörten, dass die Opfer teils Türken waren. Als es dann aber doch die Nazis waren, wurde es ziemlich still bei der deutschen Justiz. Bis heute führt Zschäpe ein Theater im Gerichtssaal auf, das unvorstellbar menschenunwürdig ist und für das ich mich fremdschäme. Sie schweigt und lacht sich ins Fäustchen. Wer so viel Rückendecken von so vielen und hohen Tieren hat, der oder die braucht keine Angst vor dem Gefängnis zu haben. Sie wird wie eine Prinzessin leben und alles nach geworfen bekommen. Laptop hat sie ja bereits und ihre Untertaninnen auch.

Beate Zschäpe ist das beste Beispiel für eine verrohte Justiz, die sich von Stereotypen nährt und lieber die schützt, die die selbe Mentalität haben, als ernsthaft etwas Gerechtigkeit kundtun zu wollen.

Es herrscht Kälte in Europas Justizsäle, eine Kälte, die schweigende Sadistinnen, wie Zschäpe hervorbringt, aufzieht, nährt und schützt.

Beitragsbild: Pixabay CC0

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