Schreib an dich: Blogparade

Ich nehme an der Blogparade „Schreib an dich“, teil die ihr hier, im Blog “ reingelesen“, (https://reingelesen.wordpress.com/2016/05/15/blogparade-erster-teil-verlosung/#comment-885) finden könnt.

Schreiben.

Warum liebe ich eine solche Tätigkeit überhaupt? Sie ist einsam, sehr sogar und sie ist voller Emotionen, die man nicht immer haben möchte. Ich mag das eigentlich nicht. So voller Emotionen zu sein, das verdirbt mir nämlich den Tag und ich kann mein Essen nicht genießen. Es ist eine Aneinanderreihung von Symbolen, die vom Menschen erfunden wurde und leider noch nicht einmal, weltweit gleich ist. Es bereitet Schmerzen, wenn man es zu lange macht und es kostet.

Also warum liebe ich so etwas, geradezu Lächerliches, wie Schreiben?

Schreiben ist für mich wie eine Katharsis. Es reinigt meine Gedanken, ordnet, sortiert sie, stellt sie um, ergänzt sie, spaltet sie und lässt Neues daraus entstehen.
Seit ich schreiben kann, schreibe ich. Irgendwie ist es das Einzige das ich kann und was ich liebe. Wenn ich schreiben kann, dann beruhigen sich Puls und Herzschlag, nehmen wieder einen ruhigen, regelmäßigeren Klang an und entspannen mich. Wenn ich nicht lese, schreibe ich, wenn ich nicht schreibe, lese ich.

Was bedeutet das Schreiben für mich?

Irgendwie alles, irgendwie nichts. Ich weiß es nicht wirklich. Ich schreibe um zu sein und um zu fühlen. Seit meiner Kindheit schreibe ich Tagebuch, mit größeren Abständen versteht sich. Dort schreibe ich nicht nur, sondern picke auch alle möglichen Erinnerungen hinein. Kinokarten, selbstgekrizzelte Bilder, Eintrittskarten und vieles mehr. Eigentlich ist es meine beste Form zu kommunizieren und die einzige Form bei der ich erfolgreich bin. Meine Tagebücher sammle ich chronisch in meinem Schrank. Einige sind sehr schön und von „heute“, einige sind sehr kindlich und von meiner Kindheit und eines ist schwarz- weiß und mein emotionalstes. Es ist das einzige Tagebuch, das ich in meiner Jugend verfasst habe und ich lese es nur ungern.

Von meinem ersten Kindertagebuch, habe ich drei Seiten hier als Fotos reingestellt.

Ich hatte Zeiten, in denen ging es mir nicht so gut. Von diesen Zeiten kann man die Buchstaben nicht erkennen, weil Tränen die Tinte verwischt haben und trotzdem sind sie eine wertvolle Erinnerung, da sie mir zeigen, wie sinnlos gewisse „Tragödien“ waren aber auch, wie wichtig andere nicht so schöne Dinge waren um zu lernen.

Neben dem Tagebuch, das allerdings nicht alltäglich geführt wird, schreibe ich gerne Artikel und logisch meinen Blog. Es ist einfach eine wunderschöne Sache, das Schreiben und sie berührt mein Herz.

Ich glaube, dass man viel lernt wenn man Tagebuch führt, nicht nur über die Welt aber vor allem über sich selbst. Wer die alten Papiere immer wieder durchblättert und liest, was man nicht immer so gerne macht, wird das aber feststellen können. Manchmal habe ich mich wirklich extrem kindisch benommen und auch so gedacht- Spoiler Alarm: das ist auch heute noch hin und wieder der Fall. Manchmal aber habe ich Gedanken gehabt, die waren zwar sicher kindlich aber in ihrem Kern so erwachsen, wie sie eine Erwachsene nie haben könnte.

Es sind diese kleinen Begegnungen mit sich selbst in alten Zeiten, diese Konfrontation mit sich selbst, heute beim Schreiben. Ehrlich mit sich selbst sein zu müssen, denn das Tagebuch ließt niemand. Es gibt keine Ausreden, die entschuldigen nicht die Wahrheit zu sagen. Die Karten auf den Tisch legen und schreiben, was gedacht wird- auch wenn es weh tut oder manchmal so selbstkritisch und selbstzerstörerisch ist, dass man über seine eigenen Intentionen und über sich selbst komplett neu nachdenken muss. Es ist der einzige Zwang und die einzige Chance mich mit mir selbst ehrlich und dennoch in einer gewissen Distanz auseinander setzen zu können.

All das, ist so schwer, aber das Schreiben macht es möglich, denn nur beim dabei, ist man so nackt und doch so vielschichtig.

Und darum liebe ich das Schreiben.

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15 Gedanken zu “Schreib an dich: Blogparade

    1. Oh, das ist aber sehr nett von dir! Ja, das Schreiben an sich bzw. über sich selbst, verlangt ziemlich viel Ehrlichkeit ab- sonst ist der Text auch irgendwie komisch, wenn was steht, das nicht stimmt. Alles Liebe und Willkommen auf meinem kleinen Blog 🙂

      Gefällt 1 Person

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