Boko Haram und IS: Ein Erklärungsversuch der Mentalitäten der Mitglieder

Seit Jahren terrorisieren Boko Haram und der IS (früher ISIS) Menschen in ihren Heimatländern, der IS neuerdings auch die Menschen in Europa. Mit Bombenanschlägen, Waffengewalt und Gewalt in vielen anderen Formen, versuchen die beiden Terrororganisationen Angst zu verbreiten und in Ländern wie Nigeria und Syrien einen Islamischen Staat zu gründen, der sich wortwörtlich nach den Vorgaben des Korans richtet. Es vergeht beinahe kein Tag mehr, ohne dass irgendetwas in Verbindung zu den beiden Terrororganisationen geschieht und die ganze Welt hat inzwischen Angst vor diesen Menschen. Entwicklungshelfer und Journalisten werden entführt und vor laufender Kamera ermordet; von den einheimischen Ermordeten ganz zu schweigen. Die Frage, die sich sicher viele, viele Menschen stellen ist vermutlich immer dieselbe.

Warum?

Ein Erklärungsversuch.

(Es ist ein Erklärungsversuch und ich freue mich auf eine rege Diskussion. Ich möchte nicht, dass sich jemand angegriffen fühlt oder denkt, dass dieser Versuch ein Entschuldigungsversuch ist. Ich setze mich lediglich mit dem Warum auseinander)

Boko Haram wird im Jahre 2002 gegründet, der IS bereits im Jahre 1999, aktiv ist er seit 2003. Viel Beachtung bekommt die Terrororganisation allerdings nicht und entwickelt sich im Hintergrund weiter. Beide verbindet dasselbe. Die ablehnende Haltung gegenüber dem Westen und seiner Bildung und seiner Mentalität aber auch das Ziel einen Islamischen Staat zu gründen. Die Mitglieder beim IS kommen inzwischen von überall her, die Mitglieder von Boko Haram sind weitgehend aus diesen Gebieten. Die Ablehnung des Westens ist ein wichtiger und vielleicht der springende Punkt.

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Pexels CC0

Der Westen

Wer sich die Welt heutzutage anschaut, wird vielleicht bemerken, dass die westlichen Standards und Ziele, sich auf lange Sicht fast gänzlich durch setzen. Die Geschichte der Menschheit ist stark durch Europa beeinflusst. Waren es früher die Briten, die Spanier und die Franzosen, die fast die ganze Welt kolonialisiert haben, sind es nun genau diese Länder, die von oben herab, stiefmütterlich, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Religionsfreiheit und Bildung lehren wollen. Der Sitz der UN liegt in Genf, wieder im Westen, von dort aus wird beobachtet, ob und wie stark Menschenrechtsverletzungen in der Welt vorliegen.

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Pixabay CC0

Der Westen diktiert den „dritte- Welt- Ländern“ und den anderen nicht- westlichen Ländern, seine Ideale von oben herab und nimmt es für selbstverständlich, dass sie angenommen werden. Nun ist es aber so, dass das genau diese Werte sind, die sie selbst gegenüber ihre Kolonial- und ärmeren Ländern nie eingehalten haben und zum Teil heute noch nicht einhalten. Nebenbei hat jedes Land eine andere Auffassung von Idealen. Auch wenn es nicht schön klingen mag und auch für meine Ohren furchtbar klingt, aber nur, weil wir diese Ideale haben, müssen sie nicht andere Länder auch mit uns teilen. Jedes Land entwickelt sich anders und in eine andere Richtung, es ist etwas das man akzeptieren muss, auch wenn es noch so schwer ist.

Es ist heutzutage sicherlich gut gemeint, wenn man Religionsstaaten in denen Menschenrechte nicht eingehalten werden, kritisiert werden und auch meines Erachtens gehören Religion und Staat nicht zusammen, aber diese Meinung vertreten nicht alle Menschen. Also brauchen sie auch ihren eigenen Rhythmus, ihren eigenen Takt sich so zu formieren wie sie es gerne hätten. Natürlich wirkt Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit/ Schwesterlichkeit wunderschön und hat auch etwas Logisches und Friedvolles, dass sicherlich auch viele Menschen aus diesen Staaten haben wollen, aber wir sollten sie selbst um ihre Freiheit kämpfen lassen und ihnen beistehen und helfen, wenn sie es wollen, ansonsten mischen wir uns einfach in fremde Angelegenheiten ein und das schürt Zorn und Hass, bei allen.

Die Angst vor dem Fortschritt

Neben der großen Ablehnung der westlichen Welt, wirkt das Verhalten von Boko Haram und IS Mitglieder in ihren Videos und ihren Aussagen verunsichert, was den Westen an sich betrifft. Neue Systeme und Fortschritte scheinen ihnen Angst zu bereiten, Altes hinter sich zu lassen auch. Das gilt nicht nur für Frauenrechte, sondern auch für sich selbst. Das Problem ist hierbei, dass viele junge Leute in Europa, die an den gesellschaftlichen Rand gedrängt werden bzw. sich an den Rand gedrängt fühlen, dazu tendieren sich denen näher zu fühlen, die in der extremeren Art die eigene Kultur oder Religion leben. Es wirkt, als würden diese Menschen dort ihren Halt finden. Sicherlich muss es schwierig sein, in einem Europa zu leben, in dem so andere Ansichten herrschen als zuhause bzw. in der Verwandtschaft. Das verunsichert junge Menschen einfach und auch ich kenne leider zwei Mädchen, bei denen ich vermute, dass sie mit dem IS sympathisieren. Ihr Leben zuhause ist sehr kulturell und religiös geprägt und es schien mir immer so, als würden sie in Parallelwelten leben. Es muss einfach verunsichern und beängstigend, wenn alles so anders ist.

Wir sind alle ein Planet

Diese Aussage wird kindlich wirken, allerdings ist sie fundamental. Der Ego- und Ethnozentrismus, den viele Länder besitzen, führt dazu, dass viele Menschen denken, dass die Probleme in anderen Ländern, nichts mit ihrem Land zu tun haben. Das ist falsch.

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Pixabay: CC0

Die Welt hängt zusammen und wenn im Land A eine Entscheidung gefällt wird, wird das bei dieser Globalisierung auch für Land B eine Konsequenz haben, welches daraufhin wieder Entscheidungen trifft, die für Land C eine Konsequenz haben werden und auch für Land A und B. Es ist ein bisschen wie der Dominoeffekt. Wenn ein Steinchen fällt, dann reist es alle mit und die Flüchtlingsthematik zeigt diesen Effekt am besten. Kaum will ein Land die Grenzen schließen ziehen alle mit. Das Fazit: ein gespaltenes Europa.

 

Wer mit Kriegstreibern verhandelt, Waffen exportiert und die unmenschlichsten Aktionen mitmacht, des Geldes willen, wird merken, dass das Leid, dass somit erschaffen wurde, irgendwann an die eigene Haustüre klopft.

Es ist im Generellen eine ziemliche Frechheit Krisen- und Konfliktländern Waffen zu verkaufen um danach Soldaten mit Waffen hinzuschicken, die Frieden stiften sollen. Es ist nicht nur eine Frechheit, eine traurige Lächerlichkeit sondern ein Profit schlagen vom Leid anderer Menschen.

So ist unser Weltsystem aufgebaut. Leider.

Ich vermute, wenn wir eine solche Radikalisierung bei jungen Menschen verhindern möchten, dann sollten wir unser ganzes System ändern und auch im Kleinen unser Verhalten überdenken. Ein Mensch, dem immer gezeigt wird, dass er weniger wert ist und am Rand der Gesellschaft leben muss, wird schneller dazu tendieren irgendwo sich festzuhalten wo er nicht nur „eine Familie“ findet sondern auch eine, die mit starken Worten gegen seine „Peiniger“ reden wird.

Wir müssen lernen, dass wir alle unseren eigenen Rhythmus haben und dass wir einfach mehr lieben sollten.

Liebe hat noch immer alles gerade gebogen.

 

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