Kritik um der Kritik willen

Kritik am eigenem Text ist bitter.
Immer wieder bemerke ich bei mir selbst, wie es mir aufstößt wenn meine Texte kritisiert werden. Schreiben ist mein Leben, meine Texte meine Kinder, daher ist es wenig verwunderlich, wenn es mich so stört. Egal ob die Kritik angemessen war oder nicht. Es sind Pfeile die treffen und niemals ihr Ziel verfehlen.

Bei uns in unserer Lehrkurse „Schreibwerkstatt“ wird Kritik verübt. Jede von uns schreibt Texte und liest sie vor. Die werden von den anderen Kommilitoninnen mit Feedback kritisiert oder gelobt oder, im Idealfall, beides.

Nun haben wir eine Kommilitonin die wirklich jeden Beitrag aufs heftigste kritisiert und die Kritik dabei immer wieder wiederholt. Es ist einfach sehr schwer mit ihr als Person umzugehen, weil sie sich ihrer Fehlbarkeit nicht bewusst ist.

 

„Einfach viel zu viel zitiert….“

„Du hast viel zu viel Animation auf deiner Präsentation… versteh mich nicht falsch…“

„Du pauschalisierst nur“

„Du bist belehrend“

Sie liest ihre Artikel auch zehn mal vor und ändert sie gerade so viel und so, wie es die Professorin rät. Ansonsten findet sie ihre Texte scheinbar super. Dass das so ist, liegt vermutlich daran, dass fast alle von uns sich nicht wirklich getrauen bei ihr Feedback zu geben.

Die junge Frau benimmt sich leider sehr widersprüchlich und misst offenbar mit zwei Maße. Ein Maß ist das der Anderen und eines ist ihres. So hat sie in einer von uns vorgeworfen, dass sie pauschalisiert- nachdem sie kurz davor gesagt hat, dass es ja bekannt sei, dass alle Ostfrauen aggressiv sind und dass sie eben nicht dafür ist, dass Frauen auch mal lauter werden.

Sie verdirbt mir die Stimmung beim Kurs und ich habe letztens noch nicht einmal mehr meinen Text vorgelesen, weil ich so Angst gehabt habe, dass sie sich wieder so benimmt. Ich finde es sehr, sehr schade, wenn jemand sich so überheblich, spöttisch und schlecht benimmt, denn Kritik ist gerne erwünscht- aber immer mit Anstand.

An euch, die ihr so gerne bloggt…

Ist euch derartiges auch schon einmal passiert?

Wurdet ihr auch schon mal so kritisiert, dass ihr euch dachtet, dass es auch mit Benehmen gehen würde? Wie habt ihr reagiert?

Beitragsbild: Pixabay/ Unsplash CC0

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2 Gedanken zu “Kritik um der Kritik willen

  1. Ich schreibe meist über politische Themen. Feststellen kann ich,dass der Ton eines Andersdenkenden durchaus unhöflich ist – oder aufgefasst wird. Aber es scheint „normal“ zu sein, das jemand, der Partei für eine politische und menschliche Richtung ergreift, schnell angegangen wird in einem Ton, den ich nicht wirklich gut finde.
    Ich lasse das meist erst mal sacken, manchmal schlafe ich eine Nacht drüber und reagiere dann erst. Ich versuche ruhig zu antworten, das entwaffnet meist.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo lieber Thomas,
      nein, es ging mehr ums Schreiben an sich und um ihren Charakter. Die meisten von uns getrauen sich gar nicht, ernsthaft noch viel zu sagen und ich sage gar nichts mehr. Der Prof . scheint es auch langsam etwas viel zu werden, aber vielleicht hast du recht und es wirkt nur in unseren Augen unhöflich. Der Mensch ist so facettenreich und so indiviuell, dass es gut sein kann, dass wir hier etwas sehen, dass sie so nicht bemerkt/ sieht/ denkt/ will. Danke für deinen schönen Input und du hast da schon einen sehr wichtigen Punkt angesprochen 🙂
      LG

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