Tierliebhaber- Menschenhasser – Menschenfreund – Tierfeind

Es ist ein Thema auf das ich immer wieder stoße und das mich sehr traurig stimmt.

Wenn Menschen sagen, dass sie eine Lebensform lieben, dann sind sie doch sehr wählerisch.

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Pixabay CC0

Viele Menschen lieben Tiere über alles- auch ich. Ich bin „sogar“ Vegetarierin und aufgrund meiner Laktoseintoleranz fallen bei mir die Milchprodukte fast gänzlich weg. Tiere sehe ich als meine Weggefährten. Als lehrreiche Individuen und vielleicht eine Spur zu romantisch ausgedrückt, als meine Freunde. Ich habe eine Hundedame und ich liebe sie in all ihren Facetten. Glaubt mir, wir haben beiden einen recht komplizierten unabhängigen Charakter. Sicher würde sie mir am liebsten auch mal ihre Meinung in „menschisch“ hinschleudern. Sie macht es in hundisch, lässt sich von meinem Herumkommandiere wenig beeindrucken. Meine Hündin heißt „Fiocchetta“. Das ist ein italienischer Namen und spielt wahrscheinlich auf ihr weißes Fell an. Wir haben sie adoptiert, da war sie schon „erwachsen“ und sehr bald, durften wir ihre unabhängige Seite kennen lernen. Sie ist ein Katzenhund. Sie tut am liebsten was sie möchte, außer wir sind sehr streng. Aber sie kann auch sehr anschmiegsam und liebesbedürftig sein. Ein Hund eben. Ein Charakter. Ein Individuum. Eine Seele, die ich über alles liebe.

Eine Bekannte von mir, nennen wir sie Lisa, ist ehrenamtliches Mitglied in einer

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Organisation. Lisa arbeitet dort sehr hart für andere Menschen. Ich bewundere ihr Engagement und ihre Sensibilität für die Probleme Anderer. Immer hat sie ein offenes Ohr auf der einen Seite, auf der anderen schon ihre Hand am Telefon um das Problem irgendwie zu lösen. Sie ist ein Mensch, der Vorbildfunktion hat, der animiert und beeindruckt. Nie erzählt Lisa von der vielen freiwilligen Arbeit, die sie gerade zu tun hat und doch sehen wir es an ihrem Blick, wenn ihr Handy mal wieder klingelt. Die Frau springt, sobald etwas zu tun ist, übt Druck auf die Offiziellen aus und ist sich auch für die Drecksarbeit hinter der Kulisse nicht zu schade. Eine Frau mit Hirn und mit Herz. Eine besondere Frau. Eine Menschenfreundin, wie sie selbst sagt und doch gibt es etwas das ich nicht verstehe. Wie Lisa, gehen viele Menschen sozialen Tätigkeiten nach und arbeiten unentgeltlich und hart um anderen Menschen ein schönes Leben zu ermöglichen- oder um es angenehmer zu machen.

Wenn es aber um das Thema Tierliebe oder Menschenfreund geht, bekommt die Gesellschaft mal wieder einen tieeeefen Riss. Die Tierliebhaber, möchten Flüchtlinge ertrinken sehen und die Menschenfreunde verdrehen die Augen beim Tierleid.

Ist das die Kehrseite der Medaille?

Muss man sich für „eine Seite“ entscheiden? Denn dies ist mein Eindruck.

In einer Zeit in der die Welt immer stärker verroht und unendlich viele Menschen den populistischen Rufen aus aller Richtung nachgehen, wird der Druck auf „Klarheit“ auf „Stärke“ auf „Definiertheit“ immer stärker. Man definiert sich, man identifiziert sich. Aber mit wem? Da gäbe es Identifikationen mit Parteien, mit Stars (nein, nur weil der geliebte Star was macht, muss man nicht alles nach ahmen), mit Royals (wobei sich mir hier die Vorbildfunktion nicht so richtig erschließt) und mit Menschen die moralisch offenbar über einen selbst stehen- und über die restliche Weltbevölkerung. Solche Menschen lieben offenbar nur Tiere oder nur Menschen, also ist man selbst auch so.

Kann man nicht einfach jedes Geschöpf lieben, respektieren und versuchen zu schützen?

Wahrscheinlich nicht, aber ich hoffe es umso mehr. Die wenigen Freunde aller Geschöpfe, die ich kennen lernen durfte, sind wunderbare Menschen. Sie hegen keinen Groll gegen den Mensch, keinen Hass und keine Rachegefühle, sie respektieren sie. Helfen wo es nur geht. Und doch lieben und respektieren sie auch ein Tier genauso wie einen Menschen- und umgekehrt.

Das ist das was mir gefällt und es sind all jene Menschen, die ich ernsthaft bewundere. Sie lieben einfach.

Beitragsbild: Pixabay CC0 

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2 Gedanken zu “Tierliebhaber- Menschenhasser – Menschenfreund – Tierfeind

  1. tierliebe bitte nicht nur für katzen und hunde.
    sieht der verbraucher in fleisch nicht zerstörung und tod? reicht seine moral nicht über das private hinaus? erkennt er nicht die grossen zusammenhänge in der welt, um umwelt-zerstörung, klimawandel, massentierhaltung und auch gesundheit? fleischkonsumenten zerstören unsere zukunft!

    Gefällt 1 Person

    1. Das sehe ich auch so lieber Einsiedler. Da ich aber einen Hund habe, der mein Leben sehr bereichert, habe ich ihn als Beispiel genommen. Auch ich bin allerdings der Meinung, dass Tierliebe doch weiter gehen soll als nur Haustiere. Leider ist das ein Thema das auf sehr taube Ohren stößt. Von mir ausgesehen, steht alles in Zusammenhang und alles beeinflusst sich. Der Fleischkonsum an sich ist schon lang nicht mehr „normal“, sondern hat in gewissen Orten fast schon perverse Züge angenommen. Ich frage mich dann immer ob wir hier beim Thema „Tierfeind“ sind oder beim Thema „Is mir wurscht…“. Alles Liebe, Sadi

      Gefällt 1 Person

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